Samstag, 8. Januar 2011

Das Licht der Laternen



Die neueste Laterne in unserer Sammlung ist aus Korb mit einem Glaseinsatz. Sie gibt weiches Licht und durch die Stäbe ein herrliches (und manchmal ein angenehm gruseliges) Schattenbild. Ich kann mir gut vorstellen, sie im Sommer in einen Baum zu hängen, oder mit einem alten, rostigen Haken an die Hauswand. Sie hat eine angenehme Größe, so daß sie auch mitten auf dem Tisch stehen kann (unserer ist 1,60 x 1,60, ein Ungetüm mit viel Platz in der Mitte). 

Wenn man in einem neuen Haus ankommt, endlich alle Kisten im Zimmer stehen, die Möbel aufgestellt und die Helfer gegangen sind, dann würde man am liebsten durchatmen, sich auf einen (hoffentlich nicht belagerten) Sessel setzen und gar nichts mehr tun. Wären da nicht die vielen Dinge, die noch einen Platz benötigen. Also macht man sich einen Kaffee zur Stärkung, atmet tief durch und weiter geht`s. Und schon steckt man in dem größten Schlamassel. Wohin bloß mit den ganzen Sachen? Jedes Haus ist anders und man fragt sich, wo um Himmels-Willen das ganze Zeug bloß war. Da helfen einem weder Feng Shui, noch gut-gemeinte Ratschläge weiter. Die besten Pläne, Einrichtungsbücher und Computer-Umzugsprogramme versagen kläglich, wenn es darum geht, die kleinen Dinge des Lebens in Schränke zu verpacken. 

Eine gute Idee ist es, Gelassenheit zu bewahren und sich die Dinge ihren Platz suchen zu lassen. Ich sortierte unsere Deko-Sachen nicht nach Räumen, sondern nach Beliebtheit. So konnte ich mich, nachdem endlich alle Möbel standen, die Küchenschränke eingeräumt und die leeren Kisten in die Scheune getragen wurden, um die Dinge kümmern, die ich dringend um mich haben muß, damit ich mich zuhause fühle. Viele davon haben fast automatisch ihren alten Platz bekommen, das schafft Vertrautheit in einer neuen Umgebung.

Danach habe ich mich um die anderen Stapel gekümmert. Ein Haus lebt von Veränderungen, soll aber auch gleichzeitig Sicherheit und Geborgenheit in einer sich ständig verändernden Welt geben. Jeder muß einen Weg finden um nicht einzustauben, aber auch nicht das Gefühl zu haben, ständig in einer fremden Umgebung zu sein. Ich habe Orte im Haus, die so bleiben, wie sie sind. Meistens durch schwere Möbel (von denen ich froh bin, daß sie ihren Platz gefunden haben) gekennzeichnet, verändere ich höchstens Kleinigkeiten.

Anders sieht es bei den Veränderungsorten aus. Die wechseln manchmal täglich ihr Gesicht. So kann sich das Auge an gewohnten Bildern ausruhen, findet aber auch noch genügend Abwechslung und Neues, um wach zu bleiben.


Den Shabby-Look, den diese Laterne hat, kann man leicht erreichen. Einfach den Untergrund mit feinem Sandpapier bearbeiten, mit weisser Farbe bestreichen (ich nehme dafür einen Schwamm) und gleich danach mit einem feuchten Tuch die Farbe teilweise wieder abwischen.


Deko-Artikel wie dieses Laterne eignen sich bestens, um einer Ecke des Raumes immer wieder ein neues Bild zu geben. Gibt es einen Glaseinsatz, kann man sie als Vase zweckentfremden. 


Bei Laternen geht es mir wie bei Tassen: Man kann eigentlich nie genug davon haben. Ein Garten oder Balkon, der abends von einer Reihe Laternen beleuchtet wird ist einfach herrlich und gibt das perfekte Willkommen-Zuhause-Gefühl. Vielleicht erinnert uns die ursprünglich anmutende Kombination aus Holz und Feuer an alte Lagerstätten und den Schutz, den diese versprachen. 


Nachdem also alle meine Stapel abgearbeitet waren, suchte ich Plätze für die Laternen. Nun stehen sie im ganzen Haus verteilt, ein paar davon auch vor dem Haus. Der Rundgang abends, wenn ich die Laternen lösche, ist mir lieb geworden. Dann wird das Haus ganz langsam dunkel, so als würden ihm gemütlich die Augen zufallen. 



Kommentare:

  1. Wir sind vor 3 Jahren umgezogen. Da merkt man, was man alles hat. Ich dachte, es nimmt gar kein Ende mehr. Und ich hatte vor dem Umzug schon ausgemistet. Aber ich habe daraus auch was gelernt, ich entrümple öfters das Haus und werfe nicht mehr benötigte Dinge eher weg.

    LG Diana

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  2. Ausmisten ist immer eine gute Idee! Man kann die Dinge spenden, einen privaten Flohmarkt veranstalten, oder Freunde beglücken.
    Liebe Grüße,
    Markus

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