Dienstag, 22. März 2011

Belgrad Dogs

Es gibt eine Menge herrenloser Hunde in Belgrad. Man sieht sie überall. In den Straßen der Stadt, in den Parks, unter Brücken und am Fluß. Es müssen mehrere Hundert sein.

Sie leben von den Abfällen, die sie finden und vielleicht jagen sie auch das eine oder andere kleinere Tier.

Ein paar von ihnen halten sich in der Nähe von Restaurants auf, in der Hoffnung auf etwas von den Küchenabfällen.


Sie sind schmutzig, unterernährt und sehen oft krank aus.

Es gibt kein staatliches Kastrations- und Impfprogramm, so daß es ständig Nachwuchs gibt.

Einige Privatleute fangen die Hunde ein, lassen sie kastrieren,impfen und medizinisch versorgen und bringen sie zurück an ihren Fundort. Diese Hunde tragen dann ein rotes Halsband.


Es besteht keine Chip-Pflicht für Hunde (nur für importiere), so daß selten ein Besitzer ausfindig gemacht werden kann.

Diese Hündin hat uns auf einem Spaziergang begleitet. Sie blieb ein paar Meter hinter uns und ich konnte es kaum ertragen, sie nicht anzusprechen.

Wir haben schon geplant sie impfen und zu uns fliegen zu lassen (obwohl ich eigentlich dafür bin, die Probleme nicht ins Ausland zu verschieben, sondern vor Ort zu lösen), aber dann ist sie stehen geblieben und im Gebüsch verschwunden.

(Ich konnte das kaum ertragen)

In einigen Parks haben Leute Schutzhütten aufgestellt, dort drängeln sich die Hunde bei Regen und Kälte.

Einige kommen auch täglich und füttern die Hunde.

Schutz vor Regen und Kälte zu finden ist nicht immer leicht.

Ein paar Hunde bewachen ihre Ressourcen gut. Sie knurren und bellen, wenn man an ihnen vorbei geht. (Vor allem, wenn man einen eigenen Hund dabei hat)


Immer wieder kommt es zu Angriffen auf Jogger im Park, was nicht gerade dazu beiträgt, das Verständnis der Bevölkerung zu verändern.

(Dieser Hund gehört nicht zu den "Angreifern", er war ganz lieb.)

Es ist schwierig in einer Stadt, in der auch viele Menschen in großer Not sind, auf die Not der Straßenhunde aufmerksam zu machen.


Dieser Hund lebt hier. Und in dem Verschlag hinter seiner Hütte leben seine Menschen.

Ein Teil der Bevölkerung läßt die eigenen Hunde Tag und Nacht durch die Gegend streunen. Da diese auch selten kastriert sind, tragen sie so zu der stetigen Produktion von neuen Straßenhunden bei.

Einige Hunde sind so scheu, daß man sie nur aus der Entfernung fotografieren kann.

Natürlich gibt es sie auch: Die Haushunde, die ein gutes Leben haben, mit allem Nötigen versorgt werden und die sicher in ihrem Zuhause sind. Mit denen die Leute in den Parks spazieren gehen, sich um eine ausreichende Ernährung und medizinische Versorgung kümmern und die geliebt werden.

Vor einiger Zeit haben Tierschützer einen Erfolg erzielt. Es gibt ein Gesetz, das die Tötung von Straßenhunden verbietet. Es fehlt an Geld und Personal, um die Straßenhunde zu schützen. Zwei Angestellte, die nur ein Auto zur Verfügung haben, sind für diese riesige Stadt zuständig. Sie müssen Hinweisen nachgehen, sich um gefährlich gewordene Tiere kümmern und eine Verbesserung der Lebensumstände herbeiführen.

Diese Hunde haben keine mächtige Lobby. Aber zum Glück Menschen, Arme und Reiche, Einheimische und Ausländer, die sie und ihre Not sehen und ihr Bestes tun, um es ihnen ein wenig einfacher zu machen.

Eín Urteil zu fällen ist schwierig (vor allem nach ein paar Tagen) und hilft niemandem weiter. Es gibt Not an jeder Ecke. Die Hunde von Belgrad sind nur ein kleiner Teil davon, aber sie sind da und sie verdienen es, daß man von ihnen weiß.

Kommentare:

  1. Das kann man sich bei uns hier gar nicht vorstellen, das es solche Hunde gibt, die keinem gehören. Wir haben vor 2 Jahren einen aus Griechenland adoptiert und es ist ein wunderbarer Hund. Man merkt den Unterschied zu einem normalen "Nichtstraßenhund" schon. Diese Tiere sind dankbar, weil sie jemanden gefunden haben, der nett zu ihnen ist.

    LG Diana

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  2. Lieber Markus

    ja diese streunenden alleingelassenen Hunde sind in vielen Ländern ein grosses Problem. Meine Kollegin hat eine solche Hündin (ich glaube aus Griechenland) bei sich aufgenommen. Das Ganze lief damals über eine Organisation in Deutschland. Aber eben... es ist wie du schreibst, das Problem ist so nicht gelöst...

    Liebe Grüsse und einen schönen Tag wünscht dir

    Cornelia

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