Dienstag, 27. September 2011

Wer wir sind


Manchmal mag es uns scheinen, als könnten wir nur sein wer wir sind, wenn die Klamotten, die wir tragen das Etikett der richtigen Firma haben. Wenn das Auto, in das wir steigen teuer, neu und in der aktuell gefragten Farbe ist. Wenn die Postleitzahl, die auf unseren Briefen steht, die richtige ist.



Manchmal mag es uns scheinen, als könnten wir nur sein wer wir sind, wenn wir möglichst viele Stempel in unserem Reisepass haben, wenn wir die Orte nicht besuchen um sie zu sehen, sondern um zu sagen, daß wir dort waren. Wenn wir die Dinge, die wir besitzen nicht deshalb wählen, weil sie uns gefallen oder nützlich sind, sondern weil man sie haben muß.


Manchmal mag es uns scheinen, daß es wichtiger ist geliebt zu werden, als zu lieben. Wenn wir die Geschenke, die man uns gibt nicht nach dem Sinn, sondern dem Preis beurteilen. Wenn wir die Menschen in unser Haus bitten, nicht um sie um uns zu haben, sondern um unser Haus zu zeigen.

Manchmal mag es uns scheinen, daß unser Erfolg sich an der Anzahl unserer Kreditkarten messen läßt, nicht daran, wie glücklich wir sind. Wenn wir uns über die Anzahl der Namen in unserem Adressbuch freuen, ohne die meisten davon zu kennen.


Manchmal mag es uns scheinen, als würden nur die anderen die großen Fehler des Lebens begehen. Als würden wir ewig leben. Als hätten wir alle Zeit der Welt. Als wären wir unverwundbar. Als liefen wir nicht ständig Gefahr, alles zu verlieren.

Manchmal mag es uns scheinen, als würden solche Worte nur anderen gelten. Als wären wir die, die Ratschläge geben und selbst keine brauchen. Als wären wir perfekt.


Manchmal mag es uns scheinen, als wären die Fragen des Lebens nicht für uns bestimmt. Als würden wir die Antwort längst kennen. Als hätte das alles keine Bedeutung für uns.

Manchmal mag es uns scheinen, als könnten wir nur sein wer wir sind, wenn wir nicht sein wollen, wer wir sind. Wenn wir uns verstecken und unsere Gefühle verbergen. Wenn wir Geheimnisse haben und mit niemandem darüber reden. Nicht einmal mit uns selbst...


Take Care,

Markus

Kommentare:

  1. Hallo Markus,
    wieder mal wundervolle Zeilen...Vielen Dank dafür.....
    Ich wünsche dir/euch eine schöne Urlaubszeit...
    und vergiss uns nicht, denn wir denken jeden Tag an dich und warten geduldig und voller Spannung auf neues wundervolles und erlebtes von dir...
    Take Care,
    Sonja

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  2. Hallo Markus,
    vielen vielen Dank für diesen tollen Post!
    Für mich ist Herbst immer die Zeit der Besinnung, Beginn der innerlichen Einkehr. Und manchmal, sollt ich mich doch irgendwie verloren haben, finde ich dann in dieser stilleren Zeit auch wieder zu mir zurück...
    Liebe Grüße!
    Dania

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  3. Bin eben via Seifenpalette auf deinen Blog gestossen, habe ein wenig gestöbert und bin geradezu ein bisschen bezaubert!
    Merci, werde mich gleich bei dir anmelden und dann immer wieder Mal vorbeischauen!
    ♥-lich Smilla

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  4. Hab grad diesen Post entdeckt!
    Wundervoll! Habe ehrlich zwei mal geschaut aus wessen Feder (ähm Tastatur ;O) ) das stammt! Kompliment!
    Lieben Gruß
    Sandra

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