Sonntag, 3. Juni 2018

rosenzauber und ein paar tipps


In einem Garten zu spazieren ist eine wundervolle Angelegenheit.

Als wir hier einzogen, war es einfach nur ein Stück Wiese, umrahmt von hohen Mauern und ein paar sehr niedrigen Hecken.

Und jetzt, acht Jahre später, nimmt er langsam Form an. Ich habe viel gelernt von diesem Garten und lerne wohl nie aus.

Ein Garten ist nie fertig und das ist gut so.




Zeit lassen und dem Garten zuhören.

Findet heraus, was ein Garten sein will. Die Bedingungen vor Ort legen fest, welche Art Garten es wird. Drückt ihm nicht Eure Wünsche auf.

Vielleicht gedeihen keine Rosen in Eurem Garten, dafür aber die herrlichsten Kräuter und Wildblumen.

Findet die Bedingungen in Eurem Garten heraus. Arbeitet nicht gegen Euren Garten, sondern mit ihm.


Investiert in gutes Material.

Sucht Euch eine Gärtnerei und seid aufmerksam. Woher kommen die Pflanzen, wie werden sie aufgezogen? Verwendet der Gärtner Bio-Artikel? Wieviel Zeit lässt er sich.

Gute Bio-Pflanzen haben ihren Preis, aber langfristig rechnet sich das.

Alle Rosen, die ich bei meinem Lieblings-Bio-Rosenzüchter gekauft habe, sind gesund und stark und mit Blüten übersät.

Kauf mit Bedacht und nicht alles auf einmal.


Düngen und Schädlingsbekämpfung

Ich dünge genau einmal im Jahr. Mit Hornspänen und Steinmehl.

Im Frühjahr bekommen meine Rosen eine Tee-Mischung aus verschiedenen Kräutern, damit sie stark und gesund bleiben und genügend eigenen Abwehrkräfte entwickeln.

Überall im Garten lasse ich wilde Ecken stehen, dort wachsen Wildblumen die verschiedene Insekten anziehen. Igel, Erdkröten, Vögel, Schmetterlinge und andere Insekten sorgen dafür, dass sich ein natürliches Gleichgewicht einstellt.

Ich versuche so wenig wie möglich einzugreifen.

Sollte das doch nötig sein, sammle ich befallene Blätter ab und stärke die Rosen nochmals mit einer Tee-Mischung.


Richtig wässern.

Lieber einmal richtig als dreimal zu wenig wässern.

Die richtigen Pflanzen kommen mit den Garten-Verhältnissen zurecht. Nur die Pflanzen in den Töpfen bekommen täglich eine Kanne Wasser.

Wenn es lange sehr trocken ist, dann wässere ich einmal in der Woche, dafür aber richtig lange.


Spaziergänge durch den Garten machen.

Geht jeden Tag durch Euren Garten und schaut nach dem Rechten.

So merkt ihr am schnellsten, wenn etwas in Schieflage geraten sollte und könnt eingreifen. Vielleicht muß eine Pflanze stark zurückgeschnitten werden, damit sie gesunden kann. Vielleicht braucht sie einen anderen Standort.

Legt Euch ein Gartenbuch an und schreibt alles was ihr macht auf. So seht ihr schnell was gelingt und was nicht.


Ausprobieren.

Ich wollte wissen, wie eine Klematis wächst, wenn man sie einfach lässt. Diese hier vergisst sich mangels Klettergerüst auf die Wiese.

Es scheint ihr zu gefallen...

So erreicht ihr ungewohnte Gartenbilder.


Verblühtes entfernen.

Ich entferne abends Verblühtes, lasse aber auch Blüten stehen, damit sich Hagebutten bilden können.

Im Spätherbst ist das ein willkommenes Futter für die Gartenvögel und ein willkommener Farbklecks für meine Augen.

Sorgt dafür, dass Eure Pflanzen genügend Luft um sich herum haben, im Notfall schneidet sie frei.


Gemeinschaften.

An der Gartenwand wachsen Rosen, Klematis und Wein.

Nur den Wein schneide ich, damit genügend Luft und Sonne an die Reben kommt. Alles andere wächst so, wie es will.

Dadurch ergeben sich herrliche Ansichten.


Mit Farben und Formen spielen.

Diese zarte weiße Rose wächst an einem Stück Gartenzaun. Den Hintergrund bildet eine ursprüngliche Kletterrose, die nur einmal blüht und dann unzählige Hagebutten bildet.

Durch die Rohheit der einen kommt die Zartheit der anderen noch mehr zur Geltung.

Alle Rosen werden begleitet von Lavendel, Salbei, Klematis oder Walderdbeeren. Letztere sind übrigens eine überraschend gute Begleitung für niedrige Rosen...


Wachsen lassen und beschneiden.

Es ist nicht einfach zu entscheiden, was wachsen soll wie es will und was geschnitten werden muss.

Meine Rosen schneide ich alle drei Jahre tief, damit sie kräftig werden. Ansonsten schneide ich nur Verblühtes und Erfrorenes ab.

Die Klematis schneide ich nie.

Wenn etwas zu dicht wächst, dann schneide ich es etwas frei, Rosen brauchen genügend Luft, damit sie gesund bleiben.


Fehler machen dürfen.

Ein Garten verzeiht Fehler. Er verzeiht sogar Vernachlässigung. (Manchmal wird er dann sogar noch schöner...)

Probiert aus, macht Fehler und lernt daraus.

Das ist eine spannende Angelegenheit!


Den Garten genießen.

Dafür ist er da.

Genießt ihn mit allen Sinnen und macht darin ein Nickerchen!


Take Care,

Markus

Kommentare:

  1. "Garten heißt Warten!" hat mir mal eine Bekannte gesagt, und so ist es auch. Oft entpuppt sich eine Pflanze, die ein paar Jahre vor sich hindümpelt und trotzdem stehen bleiben darf, als wahre Augenfreude. Mir ist es so mit einer Clematis ergangen, die dieses Jahr endlich drei herrliche Blüten zeigt, obwohl sie in den letzten Jahren wirklich mit ihrem Standort haderte und sich nichts bewegte.

    Ansonsten kommen deine Tipps, lieber Markus, meiner Handhabe mit dem Garten sehr entgegen. Manches bringt die Erfahrung, die man inzwischen gesammelt hat, mit sich, anderes probiere ich halt aus. Meine Schwester, die gelernte Gärtnerin ist, frage ich nicht mehr, denn die meinte vor Jahren: "Entscheide aus dem Bauch heraus, damit liegst du schon richtig..."

    Ich wünsche uns ein wunderbares Gartenjahr.

    Beste Grüße

    Anke

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  2. "Vielleicht gedeihen keine Rosen in Eurem Garten, dafür aber die herrlichsten Kräuter und Wildblumen" genauso ist es, Markus. In meinem Garten gedeihen die tollsten Beeren und Äpfel, Gemüse wuchert und die Kartoffeln sind der Hit. Nur die Rosen kümmern vor sich hin.
    Leider fehlt mir noch die Einsicht- zu schön sind die Rosen in anderen Gärten und Blogs.
    Sonntagsrüße
    Jo

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  3. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen! Allerdings habe ich auch einige Pflanzen, die ich im Supermarkt oder Discounter mitgenommen habe und die sich prächtig entwickelt haben. Aber prinzipiell gebe ich Dir schon recht, dass sich Pflanzen aus einer guten Gärtnerei auf jeden Fall lohnen!
    Viele Grüße von
    Margit

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  4. Lieber Markus,

    danke für diesen wunderschönen und sehr wahren Post! Genau so habe ich es auch erlebt! Besser hätte man das nicht schrieben können...

    Liebe Grüße
    Jutta

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  5. Hallo Markus,
    danke für diesen schönen Post und die tollen Gartenbilder!
    Du sprichst mir aus der Seele!
    Wir haben unseren Garten jetzt 4 Jahre. Vieles haben wir schon gepflanzt, umgepflanzt und umgestaltet.
    Ein Leben ohne Garten kann ich mir nicht mehr vorstellen.
    Eine schöne Woche wünscht Dir
    Wiebke

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  6. Hallo lieber Markus, wie gut hast du das definiert.
    Ein so wundervoller Garten ...
    Und ja, lassen wir ihn machen - ♥ensgrüße von Gisa.

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